Unser Schulwesen ist aber immerhin frei von Lobbyismus, oder? 😦⁠

Naja, nicht ganz. Beispiel: Das Projekt „Wirtschaft und Schule“, betrieben vom „Institut der deutschen Wirtschaft“, ein privater Verband der über die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ läuft. Das ist ein Lobby Verband der Metall- und Elektroindustrie, die sind da der Hauptarbeitgeber. Über das Projekt werden Unterrichtsmaterialien erstellt und verteilt! ⁠

Auf diesen wird ein einseitiges, neoliberales Weltbild vermittelt. Mittlerweile gibt es über 500 Arbeitsblätter und Materialien zu den Themen Unternehmen und Markt oder Staat und Wirtschaftspolitik. Für alle Schulformen gibt es die passenden Materialien. Zentrale Leitlinie: weniger staatliche Regulierung – mehr Freiheit für den Markt. ⁠

Ich sehe Probleme:⁠
▶️ Wieso sollen Unternehmen Unterrichtsmaterialien erstellen? Was zur Hölle? Das ist und bleibt den Lehrenden überlassen. ⁠
▶️ Wer auf die Seite wirtschaftundschule.de schaut tut sich schwer, herauszufinden, wer hinter dem ganzen steckt! Es ist nicht klar ersichtlich, dass nur eine einzige wirtschaftsliberale Haltung vermittelt wird und die Metall- und Elektroindustrie dahinter steckt. ⁠

Ich will keinem Lehrer unterstellen, einseitigen Unterricht zu gestalten. Man weiß auch nicht, wie oft z.B. die Unterrichtsentwürfe benutzt wurden. Trotzdem: die beliebtesten Dokumente der Seite wurden 20 000 bis 30 000 mal heruntergeladen. 😟⁠

Seht ihr ein Problem, wenn Unternehmen und die Privatwirtschaft Unterrichtsmaterial erstellt? ⁠

Quelle: Lobbypedia.de, wirtschaftundschule.de